Unterwegs auf den Philippinen! (Teil 1)

Begrüße!

Nach knapp 3 Wochen auf den Philippinen bin ich seit Sonntag wieder zurück in Korea. Und es war wunderbar, kurz bevor es jetzt in den Endspurt des Masterstudiums geht!

Von Seoul aus ging es direkt in die philippinische Hauptstadt Manila. Und dort war alles nochmal komplett anders als im mittlerweile doch ein wenig vertrauten Korea. Die Stadt ist hektisch und laut, die Straßen sind voller Tricycles und unheimlich attraktiven Jeepneys und bei dauerndem Hupen gefühlte 24 Stunden verstopft. Die Gehsteige sind voll mit Menschen und diversen Ständen. Neben neutralen Gebäuden gibt es zahlreiche großteils heruntergekommene Kolonialbauten aus der Zeit der spanische Besetzung, weshalb es sich irgendwie eher nach Südamerika als nach Asien anfühlt (gegessen wird auch nicht mit Stäbchen, sondern mit den Händen oder mit Besteck). Der erste Eindruck wurde abgerundet von unzähligen Sicherheitsbeamten, die mit Waffen vor jeder Art von Geschäft standen. Die Feuerkraft war dabei anscheinend nach dem Wert im Geschäft gestaffelt: vor Banken zwei Securities mit Shotguns, vor einem Elektroladen lediglich ein Security mit Pistole. Zusammen mit den Geschichten über die „gefährlichen“ Philippinen und der in Manila allgegenwärtigen Armut erzeugte das nicht gerade ein Gefühl der Sicherheit. Dieses Gefühl erwies sich im Laufe der Zeit allerdings als völlig unbegründet. Wir hatten keinerlei Probleme in der Hinsicht und haben uns zunehmend sicherer gefühlt, nachdem der erste Kulturschock überstanden war und empfanden die Philippinen im Endeffekt sicherer als ihren Ruf. Unsere Aktivitäten in Manila beschränkten sich hauptsächlich auf Sophies Jetlag Ausschlafen sowie eine mehr oder weniger ziellose Stadterkundung zu Fuß, wodurch wir hauptsächlich in einem Park und in China Town gelandet sind.

Nach 2 Nächten in Manila ging es weiter mit dem Flugzeug nach Puerto Princesa. Die größte Stadt auf Palawan, der westlichsten Insel der Philippinen. Nachdem wir uns ein kleines bisschen an Manila gewöhnt hatten war Puerto wiederum komplett anders. Kaum Autos, kaum Jeepneys, fast nur Tricycles. Die Straßen großteils nicht geteert. Abgesehen vom Stadtzentrum kaum Beton- oder Steingebäude sondern fast ausschließlich Holz- und Bambushütten (sogenannte Nipa Huts). Insgesamt war Puerto aber viel weniger hektisch, irgendwie freundlicher und einladender als Manila. Nach einem Stadtrundgang wurden im Hostel die kommenden Stationen geplant und Unterkünfte gebucht, was sich als schwerer als geplant herausstellte. Da wir zur Hochsaison unterwegs waren, waren viele Unterkünfte ausgebucht. Oder nicht erreichbar, da die angegeben Nummern kein Netz hatten (Festnetz gab es für die kommenden Stationen so gut wie gar nicht mehr). Oder die Besitzer wussten nicht, wann die Gäste abreisen und wann wieder Platz ist.

Abends mussten wir nochmals in die Stadt. Auf dem Weg wurde ich von ein paar Locals zu einer Runde Basketball aufgefordert. Quasi direkt am Rand des Dschungels unter Palmen, auf einen selbst gezimmerten Korb. In Flip Flops auf dem unebenen Erdboden. Sie waren bedeutend besser als ich, aber wir hatten vielleicht trotzdem alle ein bisschen Spaß. Basketball war eh so etwas wie der Nationalsport – überall gab es selbst gebaute Körbe  und in größeren Städten auch richtige Plätze, die immer gut gefüllt waren. Vor dem Abendessen mussten wir in Puerto noch Geld abheben. So viel Geld, bis das Tageslimit erreicht war und die Kreditkarte nicht mehr wollte. Es sollte für 10 Nächte die letzte Station mit Bankautomat sein. Auch ganztägigen Elektriztät gab es für diesen Zeitraum nicht mehr.

Von Puerto aus ging es mit einem Van weiter nach Sabang. Sabang ist vor allem für den Underground River bekannt, quasi der längsten bekannten Höhle mit Wasser drin. Der Strand und die bergige Umgebung sind aber auch sehr schick! Sabang selbst ist ein kleines Dorf und besteht hauptsächlich aus Nipa Huts und direkt am Strand aus Unterkünften für Touristen.

Nach der Ankunft waren wir auf einer kleinen 2 stündigen Paddelboot Tour auf einem Mangroven Fluss, wobei wir Schlangen, komische Vögel, Warane und Affen gesehen haben. Zuletzt gab es noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald selbst, wobei ein Guide ein Stück Holz aus dem Mangroven Wald mitgenommen hat. Besagtes Holz war voller Holzwürmer. Diese sind auf den Philippinen eine Spezialität. Sie schmecken angeblich wie Austern. Zurück an Land wurde das Holz mit einer Axt gespalten und die Würmer per Hand aus dem Holz gezogen. Mit den Zähnen des Holzwurms wurde das arme Tier aufgeschlitzt (mit den eigenen Zähnen! Richtig gemein!) und ausgenommen, der Kopf abgetrennt und dann mit Essig, Salz und Chilli Pulver zubereitet. Da ich nicht laut genug protestierte musste ich probieren. Er hat gar nicht so schlimm geschmeckt! Sehr holzig, aber das war ja irgendwie zu erwarten. You are what you eat! Da ich nicht komplett angewidert war hat Sophie ihn auch probiert und fand ihn ebenfalls besser als erwartet. Da wir aber dennoch nicht aufessen wollten freuten sich einige Kinder über ein Festmahl und verschlangen die Würmer mit breitem Grinsen im Rekordtempo.

Am nächsten Tag hatten wir das „Glück“ zum Underground River zu können. Man braucht dafür irgendeine Erlaubnis und die sind immer bereits 2 Monate im Voraus ausgebucht, weil der Fluss so grandios ist. Jemand von unserer Unterkunft konnte irgendwie dennoch eine Erlaubnis besorgen, weshalb wir uns den guten Fluss anschauen konnte. Im Endeffekt war es ein Fluss in einer Höhle. Und die meisten Höhlen sind halt doch einfach nur Höhlen. Meine Begeisterung hielt sich also in engen Grenzen und ich verstehe nicht, warum deshalb ein so großes Theater gemacht wird (er sollte sogar zu einem der New 7 Wonders of Nature werden…). Der Rest des Tages wurde am durchaus ansehnlichen Strand von Sabang verbracht.

Die nächste Station nach Sabang war eine Unterkunft mit dem klangvollen Namen „Secret Paradise Resort“ auf einer kleinen Insel, auf der es außer dem Resort nichts gibt und welche nur per Boot erreichbar ist. Nach knapp 5 Stunden welliger Bootfahrt auf einem kleinen 6 Mann Boot, teilweise übers offene Meer, waren wir dort und es war paradiesisch und ruhig und schön und alles! Man konnte Schnorcheln, mit dem Kajak zu nahe gelegenen Stränden fahren und Buchten paddeln, ein bisschen Wandern oder einfach nur in der Hängematte liegen. Die zwei Nächte, die wir dort gebucht hatten waren eigentlich viel zu kurz! Obwohl die Insel auf der sich das Resort befindet Turtle Island hieß habe ich beim Schnorcheln leider keine Schildkröten gesehen. Sophie hat das mit dem Schnorcheln auch versucht. Nach 5 Minuten war sie mit den Worten „mag ich nicht“ aber schon wieder auf dem Weg zurück zum Strand. Immer das gleiche..

Aus dem geheimen Paradies ging es wiederum per Boot in das nächste kleine Dorf, Port Barton. Die Bootfahrt führte wiederum vorbei an zig kleinen Inseln mit weißen Sandstränden. Einige davon waren von kleinen Fischerdörfern besiedelt, in welchen in kompletter Abgeschiedenheit wohl noch ein relativ traditionelles Leben geführt wird. Port Barton selbst war auch nicht besonders groß (ich möchte behaupten es ist nicht viel größer als Deuringen!) und wie Sabang extrem entspannt. Es gab dort einen Wanderweg durch den Dschungel zu einem Wasserfall, welcher uns von anderen Reisenden empfohlen wurde. Der Wanderweg führte vorbei an Feldern, die noch mit Ochsen gepflügt wurden. Nach einer knappen Stunde kamen wir zu einer Abzweigung zu einem Dorf, quasi mitten im Dschungel! Auf dem Rückweg kamen uns Schulkinder entgegen, die gerade aus Port Barton kamen und jeden Tag eine Stunde zu Fuß durch den Dschungel zur Schule und zurück müssen! Der Wasserfall selbst war dann schick, aber nicht so grandios, wie uns erzählt wurde. Man konnte aber ein bisschen Plantschen und von Felsen springen, was natürlich immer gefällt!

Die restlichen Stationen El Nido mit schönen Stränden und komischen Felsformationen sowie Coron auf Busuanga, wo wir jeweils 5 Nächte verbracht haben kommen dann im nächsten Teil. Der Eintrag ist nämlich jetzt schon zu lang.

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5 Antworten auf Unterwegs auf den Philippinen! (Teil 1)

  1. Alfred sagt:

    Also ich bin begeistert von dem Bildern bzw natürlich Au vom Text;-)
    Wie du mich kennst hab ich gleich mal alle Ziele googlen müssen!!;-)
    Dann mach’s gut und bis bald…. So lang dauerte ja nimmer!!

    Bis dann Alfredo Stefano

    • Basti sagt:

      Sehr gut! Auf Palawan gibt es so wenige Straßen, dass sogar ich mich zurecht finde. Für den Falkschen-Straßenatlas-Kopf ist das also keine Herausforderung!

      Jawoll, in ca 4 Monaten bin ich wohl wieder zurück in Deutschland!

  2. Hondsen sagt:

    Schöner Bericht – noch schönere Bilder! Die Holzwürmer sind wohl nicht ganz mit der Raupe von RIP zu vergleichen. Und wie kann man bitte Schnorcheln in so ner Gegend nicht mögen!? Da muss es doch mit dem Teufel zugehen :-)

  3. Victor sagt:

    Neid pur! Wunderschöne Fotos… Aber die Würmer kannst du behalten! 😉

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