HCI Konferenz im High 1 Skigebiet

Begrüße!

Diese Woche war keine Arbeit sondern Konferenz! Am Mittwoch ging es zur HCI Konferenz im High 1 Resort im gleichnamigen Skigebiet. Das Resort ist eine recht neue, riesige Anlage mit viel Klimbim. Und mit dem einzigen Casino in Korea, in dem auch Koreaner spielen dürfen! Die Region hat historisch vom Kohleabbau gelebt, mittlerweile gibt es aber keine Kohle mehr. Damit die ehemaligen Kumpels wieder Geld verdienen können gab es die Sondergenehmigung für das Casino – zumindest laut einem meiner Kollegen! Die Kumpels sind also quasi die Indianer Koreas!

Am Mittwoch Nachmittag hatten wir auf der Konferenz einen Stand von Kisti aufgebaut. Über 3 Stunden verteilt kamen 3 Leute und haben sich Infomaterialien angeschaut und mit den Kistianern diskutiert – das Interesse hielt sich also in engen Grenzen. Davon unbeeindruckt ging es mit den anderen 4 Kisti Mitarbeitern zum feucht fröhlichen Abendessen. Korean Barbecue mit viel Soju. Mein Highlight des Abendessens war der unheimlich pragmatische Bestellknopf! Üblicherweise kann man hier die Bedienung per Knopfdruck an den Tisch holen. Diesmal gab es aber eine deluxe Version! Mit Soju Knopf! Und Bier Knopf! Per Knopfdruck kommt innerhalb von 10 Sekunden die freundlich lächelnde Bedienung mit einer Flasche Soju oder Bier an den Tisch! Ich war sehr beeindruckt und ob meiner großen Begeisterung durfte ich den Soju Knopf mehrmals betätigen.

Der Donnerstag war eigentlich der Haupttag der Konferenz mit vielen Vorträgen und Präsentationen. Meine Kollegen hat das aber nicht so interessiert… Die wollten Snowboarden! Ich wollte ja keine Extrawurst… Dann waren wir halt den ganzen Tag beim Brettln! Das war dann besser als erwartet! Die Pisten waren richtig gut präpariert und die steileren Teile waren sehr fein. Der Schnee war überraschend gut dafür, dass der höchste Punkt des Gebiets nur auf 1.200m hoch ist. Abseits fahren ging leider gar nicht. Die Pisten waren zu 100% eingezäunt! In den Park durfte ich nicht. Dort war nämlich Helmpflicht. Wiederum unheimlich pragmatisch war der Müllbereich unter dem Sessellift. Die Reste vom Liftsnack einfach fallen lassen! Super! Sehr nervig war wiedermal die allgegenwärtige Musik. Aus unzähligen, über das Skigebiet verteilten Boxen lief durchgehend stilechter, fürchterlicher K-Pop. Nicht so geil. Mit der Musik hier werde ich mich definitiv nicht mehr anfreunden – aber das war ja auch nicht zu erwarten! Haha!

Zum Abendessen waren wir dann doch wieder bei der Konferenz. Es gab nämlich ein großes Buffet. Ich habe zwar keine Ahnung, wie ich das verdient hatte, geschmeckt hat es trotzdem. Zurück im Hotel ging es für mich recht früh ins Bett, da die kurze vorige Nacht und das Brettln etwas müde gemacht haben. Obwohl unser Condo (ja, wir hatten ein großes Condo mit mehreren Zimmern mitten im Skigebiet) sehr groß, neu und schnieke war musste ich auf dem Boden schlafen. Ohne die Hilfe vom Soju wie in der Nacht zuvor war das dann nich so erholsam..

Am Freitag haben wir zurück auf der Konferenz noch ein Poster ausgestellt. Nachdem meine Kollegen schon früher abgereist sind und ich noch auf den Bus warten musste habe ich mir noch die letzte Keynote Speech angehört. Die war leider auf koreanisch. Von der Konferenz an sich habe ich also nicht wirklich viel mitgenommen. Dafür war ich Snowboarden. Großteils auf Firmenkosten!

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Massenwanderung im Winter und Friseurbesuch

Begrüße!

Nachdem es mittlerweile wieder ein wenig wärmer ist und tagsüber bei Plusgraden die Sonne scheint, war ich am Samstag zusammen mit Jama, meinem usbekischen Freund, wieder einmal ein bisschen Wandern. Erneut in dem Gyeryongsan Nationalpark in der Nähe von Daejeon. Obwohl ich schon mehrmals gehört und gelesen hatte, dass man am Samstag besser nicht Wandern gehen sollte wenn man alternative freie Tage hat, dachte ich mir, dass im Winter schon nicht so viel los sein wird. Blödsinn! Mir kommt es so vor als ob es jedes Mal, wenn ich Wandern gehe, voller wird. Teilweise war man auf schmalen Wanderwegen hinter langsamen Ommas und Nonnen gefangen und musste auf eine breitere Stelle zum Überholen warten – also quasi wie eine Überholbucht auf einspurigen Landstraßen. Hinter uns hatte sich zu dem Zeitpunkt dann schon eine Schlange von 15 Leuten gebildet – auch wie auf der Landstraße. Für ein Gipfelfoto musste man sich auch mehr oder weniger einreihen. Nein, nein, das mit dem Wandern am Wochenende lasse ich ab jetzt schön sein! Landschaftlich war es, nicht zuletzt wegen des Schnees, ganz hübsch, aber insgesamt war es einfach zu voll!

Und ich habe mich endlich, endlich zum Friseur getraut! Die Haare waren fast schon so lange wie zu meinen Netzer-Zeiten – sie sind ja auch schon seit 6 Monaten am Wuchern! Bisher habe mich immer davor gedrückt, weil ich Angst hatte mich nicht verständigen zu können und ich danach dann noch schlimmer aussehe als davor. Zudem ist asiatisches Haar doch anders als westliches Haar und viele Friseure hier haben deswegen angeblich Probleme damit – ich habe hier schon schlimme Geschichten über entstellte Ausländer gehört! In diesem Internetz habe ich dann nach Empfehlungen für einen englischsprachigen Friseur in Daejeon gesucht. Ein paar Empfehlungen habe ich gefunden und mich dann auf den Weg gemacht. Ich glaube ich war das letzte mal bei der Abitur Prüfung so aufgeregt! Mir war gar nicht mehr bewusst wie eitel ich offenbar bin! Die gute Frau konnte dann Englisch, war sehr bemüht und hat mich wunderschön gemacht! Jetzt bin ich also wieder wunderhübsch! Das ist gar wunderbar!

Diese Woche werde ich von Mittwoch bis Freitag auf eine Konferenz fahren. KISTI ist daran auch irgendwie beteiligt. Die Konferenz ist in einem Skigebiet. Ich werde also vorsichtshalber meine Snowboard Klamotten mitnehmen. Ob ich meinen Anzug brauche muss ich auch noch abklären!

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Arbeitsleben mit Octopus und Weizen

Begrüße!

Direkt nach der Reiserei mit diesem Phil ging direkt das Praktikum weiter. Und davon gibt es wieder schöne Dinge zu berichten!

Letzte Woche am Donnerstag gab es nämlich eine Übung! Irgendwann ging ein Alarm los. Ich dachte es sei eine Brandschutzübung und hab schon nach meiner Jacke gegriffen. Aber irgendwie sind alle sitzen geblieben. Mir wurde dann aufgetragen meinen PC auszuschalten. Als ich nachgefragt habe wurde mir erzählt, dass dies eine Stromausfall Übung ist! Letztes Jahr gab es nämlich mal einen Stromausfall – oh Schreck! Deswegen mussten wir 15 Minuten ohne Strom üben. Nebenbei liefen Durchsagen und haben wohl auf das korrekte Verhalten während Stromausfällen hingewiesen. Im Endeffekt saßen wir nur da und haben gewartet, bis die 15 Minuten vorbei waren. Manche haben sich einen Kaffee geholt (weiß nicht, ob das ganz koscher war! Wasser erhitzen und so..), andere haben mit dem Handy gespielt. Unsere einzige Aufgabe war es also den Rechner abzustellen. Aber das übernimmt dann im Ernstfall ja der Stromausfall! Also haben wir quasi warten geübt! Sehr gut!

Am Freitag gab es dann eine Art Neujahrsessen mit meiner Arbeitsgruppe. Es gab direkt am Tisch gekochte Muscheln. Ein Hähnchen wurde komischerweise auch mitgekocht. Irgendwann wurde dann noch ein lebendiger Octopus mit in die Brühe geworfen. Als dieser sich dann noch einige Minuten lang geräkelt hat fand ich das schon ein bisschen sehr falsch. Ich dachte immer die versprühen bei Gefahr Tinte! Von uns wurde aber keiner angeschwärzt… Der Octopus wurde dann aber vorbildlich bis aufs letzte Stückchen aufgegessen. Komplett! Auch der Kopf! Aus dem lief beim Aufschneiden schwarze Brühe. War dann wohl die Tinte, die er nicht versprüht hat! Spätestens da wollte ich dann keinen Ocotpus mehr. Das war den anderen aber egal. Kurz darauf wurde nämlich roher Octopus bestellt. Einer, der so roh ist, dass sich die Tentakeln noch bewegen. Es gab also einen Teller voller zappelnder Tentakeln (diesmal ohne Kopf). Die Saugknöpfe waren noch intakt, die Tentakeln haben sich also relativ fest am Teller festgesaugt. Dass die Tentakeln sich noch bewegen wurde mir als besonders positive Eigenschaft des Essens verkauft! Da schon der ein oder andere Soju geflossen war habe ich mich breitreden lassen ein ganz, ganz kleines Stück (vielleicht 2mm Tentakel) zu probieren, welches sich nicht mehr bewegt hat. Geschmeckt hats nur nach dem Sesamdip, die Konsistenz war ein wenig glibberig. Wer das Gewusel bewundern will kann sich das Video anschauen. Macht ihn doch lieber ganz tot und kocht dann was leckeres damit, liebe Koreaner! Ich habe dann auch versucht zu erklären, dass ich das mit den Octopussen nicht so ganz in Ordnung finde. So Ethik und Tierschutz aus einer europäischen Perspektive. Weiß nicht, ob das verstanden wurde…

Nach diesem eigenwilligen Abendessen ging es in ein Cafe. Warum verstehe ich nicht. Aber hier geht man recht häufig abends noch einen Kaffee trinken. Und danach sind wir in eine Bar mit Export Bier. Mein Herz jauchzte vor Freude! Der Octopus wurde mit deutschen Bier heruntergespült! Zuerst gab es Krombacher aus einem 5l Fässchen zum selber Zapfen. In die haben sich meine Kollegen schlagartig verliebt und ich konnte an der Bierwahl nichts mehr ändern. Aber eine Freude hatten sie beim zapfen! Und gelobt haben sie es auch! Mehrfach! Als ich nicht aufgepasst habe hat jemand eine Dose Oettinger aufgemacht und auf den Tisch gestellt. Es war ein Oettinger forte! Wegen der 8.9% wurden andere neugierig und haben sich auch welches geholt. Begeistert war dann keiner so recht. Dafür war die Begeisterung für mein von mir persönlich meisterhaft eingeschenktes Weihenstephaner Weizen enorm! Ich habe es zum probieren rumgereicht (macht man hier bestimmt so, dacht ich mir). Fotografiert wurde es, um sich den Namen merken zu können! Und verdienterweise mehr gelobt als das Krombacher! Zum Abschluss habe ich sogar ein Weizenglas geschenkt bekommen, als einer meiner Kollegen für mich gefragt hat! Von Arco Bräu! Jetzt kann ich zu Hause auch Weizen trinken! Weihnachten! Für den Heimweg habe ich dann sogar noch Taxigeld von der Firma bekommen. Der komplette Abend wurde also von der Firma übernommen. Insgesamt war es ein teilweise verstörender, aber insgesamt doch sehr interessanter und lustiger Abend unter Koreanern!

Seit heute sind im Büro 3 Chinesen, die für 3 Monate im Büro arbeiten werden. Mittags waren wir in einem chinesischen Restaurant. Und von den Sachen, die serviert wurden kannten sie so gut wie gar nix! Fand ich sehr amüsant! Als ich ihnen das chinesische Essen in Deutschland beschrieben haben meinten sie das sei chinesischer, als das, was heute zu Mittag serviert wurde.

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Koreareiserei Teil 3: Strand im Winter und Silvester

Begrüße!

Nach der wunderbaren Nacht im Liebes Motel und dem Spaziergang an der Festung mussten wir uns überlegen, wo wir als nächstes hin wollten. Trotz 3 Stunden Wartezeit sind wir in Richtung Taean (gesprochen Täan) gefahren. Das ist in der nähe vom Taean Naean Nationalpark, welcher hauptsächlich aus Stränden und Inseln besteht. Auf dem Weg dorthin hielt der Bus in einigen Städten die irgendwie meist sehr austauschbar und typisch für Korea waren. Blinkende Innenstadt, ansonsten triste und endlose Blöcke von Hochhäuser. Ohne diese wäre es aber wohl nicht möglich genug Wohnraum in Korea zu bieten (Korea hat 50 Millionen Einwohner, ist so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen und davon sind 70-80% sehr bergig und gar nicht oder nur teilweise bebaubar. Genaue Zahlen weiß ich nicht). Dazu passend habe ich auch das neue Bild im Header gewählt! Ich verstehe mittlerweile auch die große Begeisterung von Koreanern über alte Gebäude und allgemein die Architektur in Europa ein wenig.

Als wir in Taean ankamen war es schon dunkel, also haben wir uns nur schnell was zu Essen geholt und uns dann in unser neues Love Motel verzogen, und dort die lustigste und beste Reise Sendung der Welt geschaut! An Idiot Abroad! (ein rundköpfiger, ignoranter, sehr eigenartiger Engländer auf Reisen wider Willen! Großartig!). Am nächsten Morgen sind wir zum laut Lonley Planet schönsten Strand des Nationalparks gefahren. Die schönsten Strände laut Lonely Planet sind zwar immer so ne Sache, aber der war dann schon recht hübsch, obwohl das Wetter für den Strand viel zu kalt war. Der Strand war auf einer Insel, die mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist. Eigentlich wollten wir danach mit der Fähre weiter, die fuhr aber wegen dem Winter nicht. Hätte man auch selbst drauf kommen können.

Also sind wir mit dem Bus quasi außenrum gefahren. Um ein Haar hätte ich für den falschen Ort Tickets gekauft und wir wären aus versehen schon zurück zu mir nach Hause gefahren. Wir wollten nach Daecheon. Und ich wohne in Daejeon. Auf koreanisch: 대전 bzw. 대천. Da kann man schonmal durcheinander kommen! Da es schon wieder dunkel war als wir angekommen sind haben wir uns erstmal ein Motel gesucht. Diesmal kein Love Motel, dafür aber ohne Betten, also ganz klassisch koreanisch auf dem Boden schlafen. Am nächsten Morgen sind wir wieder zum Strand und wollten dann eigentlich noch in einen Schlamm Spa! Die Gegend ist nämlich bekannt für wundersam gesunden Schlamm. So Wellness oder so. Ich kenn mich da ja nich so aus. Der Spa hatte aber zu, deswegen sind wir schon ein bisschen früher als geplant wieder zurück nach Hause gefahren.

Da es der 31. Dezember gab es mit Kartoffelgratin ein schön bodenständiges Silvestermahl. Mangels richtigem Tisch und Stühlen wurde dieser aber ganz koreanisch auf dem Boden verspeist, auf einer umgedrehten Schublade. Silvester gefeiert haben wir dann in einem Club, in dem hauptsächlich Ausländer, also zumeist Englisch Lehrer aus den Staaten, Südafrika oder sonstwo, anzutreffen sind – wir wollten ja auch mal mit anderen Menschen reden können. Um 12 Uhr gab es ein paar Wunderkerzen auf der Bühne. Ich habe auch sonst keinerlei Böller oder Raketen mitbekommen. Soweit ich das mitbekommen habe wird hier das chinesische Neujahr mehr gefeiert als Silvester. Da in dem Club kaum Koreaner waren konnte ich auch keinem zum Geburtstag gratulieren. Am ersten Januar wird nämlich jeder Koreaner ein Jahr älter! Auf koreanisch wird das Alter nämlich anders gezählt. Bei der Geburt ist man sofort ein Jahr alt. Ein Jahr älter wird man dann immer am 1. Januar. Wer im Dezember geboren wird ist also nach einem Monat dann quasi schon 2 Jahre alt. Die sind schon ein bisschen komisch. Vor allem weil noch dazu halt das chinesische Neujahr wichtiger ist.

Am 1. Januar waren wir dann erstmal nur was Essen und dann im Spa. Den Tag drauf wollte Phil noch Souvenirs und koreanische Komischkeiten einkaufen, was wir in Daejeon erledigten. Den Tag drauf ging es für Phil dann zum Flughafen (diesmal sogar am richtigen Tag!) und zurück nach Hause. War auf jeden Fall eine lustige kleine Reise mit vielen kleinen Merkwürdigkeiten und Erfahrungen!

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Koreareiserei Teil 2: Jeonju und Gongju

Begrüße!

Nach besagtem, besinnlichen Weihnachtsfest mit Linsen sind wir am 25. Dezember mit dem Bus nach Jeonju. Da war ich schonmal, im Sommer mit der Summer School! Der traditionelle Stadteil, das Hanok Village, war aber nicht der Hauptgrund, warum wir dorthin gefahren sind, sondern ein Berg in der Nähe von Jeonju. Das Hanok Village haben wir uns dennoch angeschaut. Danach waren wir etwas Essen (wie recht häufig missfiel es Phil) und sind dann noch in einem komischen Pub, welches sich als eine Art Künstlerkneipe herausstellte, gelandet. Dort waren wir anfangs nur zu zweit. 4 Stunden später waren wir mit den lokalen Künstlern eng bekannt! War ein unverhofft lustiger Abend ohne viele Verständigungsmöglichkeiten aber dennoch viel Spaß mit den Locals! Phil hat sogar einen von einem Kunstprofessor bemalten Fächer geschenkt bekommen!

Aufgrund des vielen Spaßes am Vorabend gab es erst etwas später als geplant Frühstück. Für Phil gab es etwas ganz besonderes! Er hat sich noch gewundert, weil die Erdbeermarmelade, die er sich auf sein Toast schmierte, doch ein wenig anders aussah als sonst. Beim ersten Biss hat er dann gemerkt, dass es keine Erdbeermarmelade, sondern Chillipaste aus einem Glas für Erdbeermarmelade war. Er hat sich dann geweigert aufzuessen.

Die richtige Marmelade haben wir dann doch noch gefunden und dann ging es los in Richtung Maisan. Eine Gegend mit komischen, steilen Hügeln, die aussehen als seien sie aus Zement und Steinbrocken, welche mich von der Form her an die Hintergründe aus Super Mario erinnerten. Aus dem Hostel hat sich spontan noch ein Brasilianer namens Anderson angeschlossen (was einfach kein Namen für einen Brasilianer ist!). Auch wenn man wider Erwarten auf keinen der beiden komischen Hügel raufklettern konnte waren die komischen Hügel komisch genug! Ich hatte eine derartige Landschaft auf jeden Fall noch nicht gesehen. Dazu kamen ebenso komische Kloster mit komischen Steintürmchen. Und dann noch entgegen aller Gesetze der Physik gewachsene Eiszapfen. Unser Anderson, der vor seiner Zeit in Korea noch nie Schnee und Eis gesehen hatte, war auch eine Wonne!

Nachdem wir quasi durch die Hügel durchgewandert waren wollten wir eigentlich noch auf der anderen Seite in einen Spa, in dem es heiße Becken mit Bergblick gab — auf dem Dach! Der war dann aber doch zu teuer (ca. das 6- bis 7-fache von einem normalen Spa in Korea), weshalb wir das ausgelassen haben. Dafür hatte der Anderson seine erste Rodelerfahrung! Er hat sich von Koreanern, die gerade beim Rodeln waren, den Schlitten geliehen. Es war sehr putzig, als sie ihm erklärt haben, wie man so einen Schlitten benutzt. Mit unglaublich großer Aufregung und noch viel mehr Spaß und Adrenalin hat er sich dann den Hügel hinunter gestürzt! Geiler Typ, der Anderson! (noch mehr Anderson beim Rodeln gibts hier! Er lacht wie mein Hildesheimer Brasilianer!)

Nach dem Abendessen zurück im Hostel wollten Phil und ich primär den Schlafdefizit der letzten Nacht aufholen. Unsere Zimmergenossen hatten da aber andere Pläne. Die wollten feiern und kamen dann nacheinander zurück ins Zimmer und fingen zeitversetzt an unfassbar laut zu schnarchen. Der erste hat erstmal direkt das Bett verfehlt und fiel wie ein nasser Sack, auf den Boden. Wegen seiner Körperfülle sehr lautstark! Irgendwie hat er es ins Bett geschafft und innerhalb von einer Minute angefangen zu schnarchen. Die anderen kamen auch bald zurück und taten es ihm gleich. Als ich es dann irgendwann nach 3 Stunden doch geschafft hatte wieder einzuschlafen wurde ich von Phils Beschwerden geweckt. Der Dicke lag bei Phil im Bett und Phil wollte ihn dazu bewegen sich zu bewegen. Irgendwie hat Phil den Dicken aus dem Bett befördert. Dann hat der Dicke auf dem Boden weiter geschlafen. Nach dem Labersack im ersten Hostel und dem dicken Beischläfer im zweiten sollte es das gewesen sein mit Hostels für diesen Trip.

Eigentlich wollten wir nach dem Aufenthalt in Jeonju zu einem Templestay, das hat dann aber nicht so geklappt wie wir wollten. Also sind wir zurück nach Daejeon um dann nach einer Nacht los nach Gongju zu fahren. Dort gibt es eine alte Festung. Sonst aber leider nicht sehr viel. Nach einer chaotischen Busfahrt und viel zu langen Wartezeiten kamen wir in Gongju an und wollten uns aus den bereits bekannten Gründen ein Motel suchen. Die meisten Motels in Korea sind aber Love Motels und dienen hauptsächlich der Kopulation. Diese findet vermutlich nicht in den eigenen vier Wänden statt, da Koreaner häufig bis zu ihrer Hochzeit bei den Eltern wohnen und außerhalb der Love Motels noch Zucht und Ordnung herrscht… Wir haben uns also bei Tageslicht ein Motel gesucht, welches am wenigstens unehrenhaft wirkte. Also zum Beispiel nicht das Schloss. Dennoch waren wir nicht ganz erfolgreich. Neben unserer Zimmertür stand ein Dildoautomat. Die Wänder im Zimmer waren fast komplett verspiegelt und auch sonst ein wenig puffig. Dennoch gab es zwei (!) Betten, ein schönes Badezimmer, einen Rechner, usw für nur 3 Euro mehr als das Hostel! Top Deal! Beischlaf Beigeräusche aus anderen Zimmern haben wir auch keine gehört!

Am Abend haben wir uns auf in die Stadt gemacht und sind in einer Bar gelandet. Irgendwann fiel uns auf, dass es nur ein Männerklo gab. Und nur männliche Gäste. Und nur weibliche Barkeeper. Und dass bei jeder Gruppe von Gästen eine Barkeeperin stand und sich unterhalten hat. Nur bei uns nicht! Nach ca 15 Minuten haben dann alle Barkeeperinnen rotiert und sich zu einer anderen Gruppe von Gästen gesellt. Ab und zu hat sich doch eine Frau zu uns getraut, dann wegen mangelnden Englischkenntnissen aber recht bald wieder kapituliert. Das Konzept von der Bar haben wir nach wie vor nicht ganz verstanden. Man bezahlt überteuerte Bierpreise dafür, dass die Barkeeperin sich mit einem unterhält. Ein Dating Bootcamp? Das koreanische Pendant zu Sauna Clubs? Ich bitte um Aufklärung! Da uns der Laden zu seltsam war sind wir noch in eine Bar in der Ü-40er Koreaner schrecklich schlechtes Karaoke gesungen haben. Das war dann auch zu seltsam und deshalb sind wir zurück in unsere Liebeshöhle mit den Spiegeln und dem Dildo Automaten.

Am nächsten Tag haben wir uns noch die Burg angeschaut (am ersten Tag sind wir dafür zu spät angekommen). Die war ganz nett, vor allem auch wegen dem Schnee. Aber im Gegensatz zu europäischen Burgen erschien es mir doch ein wenig wenig.

Da der Eintrag jetzt schon zu lange ist schreibe ich über den letzten Teil der Reise mit Phil noch einen dritten Teil!

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