Urlaub auf Jeju: Strände, eigenartige Diskothek und der Taifun Bolaven

Begrüße!

Nach dem Ender Summer School ging es für Clara, Nadine und mich am Freitag Nachmittag auf nach Jeju Island – der beliebteste Ort für Flitterwochen in ganz Korea, ach was, ganz Asien und bestimmt noch mehr! Dort waren wir in einem Hostel in Jeju City einquartiert und die ersten Tage hatten wir ein Auto gemietet, um die Insel möglichst unabhängig erkunden zu können.

Mit einem ortskundigen Deutschen, Micha, den wir im Hostel kennengelernt hatten wurden am ersten Tag ein paar Strände abgefahren. Dort gibt es auf Jeju ähnlich wie in Südostasien weißen Sand und klares blaues Wasser. Das Wetter war vorzüglichst! Für meinen kellergebräunten Oberkörper dann aber doch zu sonnig. Die von vielen deutschen Touristen präferierte Garstufe medium-rare konnte ich also bereits nach wenigen Minuten erreichen. Nach dem Strand ging es in die längste, bekannte Lavaröhre der Welt. Die war super. Nicht zuletzt wegen der angenehmen 10°, die eher meiner natürlich Umgebung entsprechen als diese Hitze am Strand. Nach der Höhle sind wir noch auf einen kleinen Vulkan, den Sunrise Peak (Seongsan Ilchubong), gestiegen. Dieser war ebenfalls sehr schick, sieht aber von weiter oben noch feiner aus, als wenn man direkt im Krater steht.

Da dies ja quasi der erste Abend in Korea außerhalb vom Dormitory Gefängnis war musste auch direkt gefeiert werden. Zusammen mit einem Koreaner aus dem Nachbarhostel, Micha und der vierten Hildesheimer Austauschstudentin, Zadaf, inklusive Verwandschaft sollten das Nachtleben erkundet werden. Zuerst waren wir in einer Bar mit Live Musik. Von den Frauen kam dann aber ein einstimmiges „Mimimi! Laut! Der Sänger singt nicht! Wollen tanzen! Mimimi!“ Also mussten wir in eine Disko. Ich finde sowas ja in Deutschland schon doof. Aber was man hier in Korea unter Disko versteht fand ich noch doofer. Man musste einen Tisch mieten, sonst gab es nix zu trinken. An dem Tisch gab es dann aber immerhin frisches Obst. Auf der Tanzfläche, welche nur ca 1/10 des Saals ausmachte, waren Getränke verboten. Meinen allseits beliebten Stehtanz mit Bier auf der Gürtelschnalle konnte ich also nicht ausführen. Also saß ich meist mit unserem neuen koreanischen Freund am Tisch – der hatte nämlich auch nur bedingt Spaß. Von dort hatte man aber gute Sicht auf die Bühne. Dort gab es ein DJ Pult mit Engelsflügeln, welches an Seilen durch die Luft bewegt wurde. Und Tanz- und Gesangseinlagen und von seltsamen Entertainern. Dazu gab es unglaublich aufwändige Lichtshows. Gespielt wurde sehr viel K-Pop und weitere Musik die mir nicht gefällt. Die Entertainer und DJs wurden dann ca stündlich gewechselt. Und jeder davon hat mindestens einmal Gangnam Style gespielt.

Der skurrilste Teil des Abends war dann aber das ständige Frauenroulette. Die übereifrigen und sehr zahlreichen Kellner, welche immer zwischen den Tischen rumwuselten haben sich ohne erkennbares System Frauen geholt und diese verschifft. Geliefert wurden sie an irgendwelche Männer in der Disko. Zwei Mädels von unserem Tisch wurden auch entführt (die restlichen haben protestiert). Sie kamen in ein Zimmer mit 2 Männern und mussten Karaoke singen. Sie meinten es wäre ganz nett und nicht gruslig gewesen. Immerhin!

Bilder von der Disko bekomme ich erst die Tage. Die werden dann aber auf jeden Fall nachgereicht.

Am zweiten Tag sind wir in den Süden und den Westen der Insel. Dort gab es Wasserfälle, Strände und einen feinen Sonnenuntergang.

Wegen des Taifuns Bolaven, angeblich der stärkste Taifun auf Jeju seit über 10 Jahren, hatten wir den Mittwoch als Gammeltag eingeplant. Der Taifun hatte aber Verspätung und kam erst Abends/Nachts. Also waren wir noch einkaufen, auf dem Markt und am Abend gab es lecker Eintopf, der sogar den Koreanern im Hostel geschmeckt hat!

Während des Taifuns gab es starken Regen und starken Wind. Der Regen fiel buchstäblich seitlich und die Fenster machten ordentlich Krach. Das Hostel war zum Glück aber gut abgeschirmt und somit gab es außer dem Krach der Fenster keine Probleme.

Insgesamt konnten wir in Jeju keine größeren Schäden erkennen. Vereinzelt gab es entwurzelte Bäume oder zerstörte Fensterscheiben, aber das wars. Für mich persönlich der größte Schaden war es aber, dass ich nicht auf Mt. Halla, den höchsten Gipfel in Südkorea, steigen konnte. Shame on you, Bolaven!

Am Abend nach dem Taifun waren wir nochmal an der Meer Promenade in Jeju City, wo wir in Form von starken Wellen noch die Nachwehen des Taifuns beobachten konnten. Danach gab es noch lecker gegrillte Makrele ohne scharf und auf ausdrücklichen Wunsch meiner Mitreisenden ohne Augen. Und den Tag drauf ging es mit dem Flieger schon wieder zurück nach Daejeon. Glücklicherweise ohne Taifun bedingte Verspätung!

Die erste Nacht in meiner neuen Bleibe habe ich also schon hinter mir. Bis jetzt ist hier alles super. Darüber schreibe ich aber wohl die Tage nochmal.

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7 Antworten auf Urlaub auf Jeju: Strände, eigenartige Diskothek und der Taifun Bolaven

  1. Alfi der klon sagt:

    kasian hallo, jetzt muss ich mich auch mal melden und dir sagen das ich immer regelmäßig deinen blog verfolge;-)
    hau rinn und ganz viel spasssss…!! du wi…er :-)

  2. koessa sagt:

    neuer header, cool – da muss man jetzt nicht mehr so weit scrollen :)
    hoffentlich ziehst du die bloggerei bis zum ende durch, ich les hier nämlich unheimlich gern mit. viele grüße

    • Basti sagt:

      Hehe! Das mit Scrollen war einer der Hauptgründe. Aber ich glaube ich wechsle da jetzt einfach öfter mal durch.

      Habe auf jeden Fall vor bis zum Ende zu bloggen. Aber sobald die Uni mit geregeltem Tagesablauf beginnt gibt es wohl nicht mehr so viel zu schreiben.

  3. Wyzi D sagt:

    Hey Kas´l, is echt sau gut was du da erlebst!
    So nach und nach könnt ich`s dort auch aushalten (1 Woche)!

    Schade dass du net auf dem Berg warst! Allein die Bilder auf Google sind ja schon faszinierend!! Wenigstens wurden in der Disko einige Bilder gemacht! Bin echt schon gespannt!

    Meiner Familie und mir macht es riesen Spaß deine Erlebnisse im „Tommy Jauth – Schreib-Stil“ zu lesen!
    Mach weiter so….

    PS: Klasse Bräune Herr K!!!
    (Das schaff ich nicht mal, wenn ich mich ein Jahr lang in den Keller setz!)

    • Basti sagt:

      Freut mich, wenn der Blog gefällt! 😀

      Wenn Du denkst, dass Du es hier mittlerweile aushalten könntest, dann zapfste halt dein Festgeldkonto an, fliegst her und wir probieren nochmal unser Glück mit dem Mount Halla! Wenn man nicht will muss man hier noch nichmal Reis essen!

  4. Max Großmann sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=60MQ3AG1c8o
    ganz starker Tobak – das könnt ich Electro-Infizierte nicht mal lange anhören

    Rest brauch ich nicht zu kommentieren – hamm ja gestern telefoniert

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