Naejangsan Nationalpark

Begrüße!

Wie im letzten Eintrag geschrieben bin ich nach ein paar Tage in Daejeon dann zusammen mit Sophie in den Naejangsan Nationalpark 1,5 Zugstunden südlich von Daejeon gefahren. Der Park ist vor allem wegen der vielen Ahornbäume, die im Herbst schön bunt sind, bekannt. Im Herbst sei es der schönste Ort in Korea! Weil Sophie bunt ja gerne mag mussten wir da hin. Und es war quasi ein Kulturschock!

Ich habe noch nie so viele Menschen in einem Nationalpark, beziehungsweise der „Natur“ gesehen. Die Wege waren anfangs ähnlich voll wie manche Straße in Seoul. Am Eingang des Nationalparks gab es eine kleine Stadt, mit lauter Restaurants, Fressbuden und co. Sogar den guten alten V Hobel zum Gemüse schnibbeln gab es zu kaufen – falls mal jemand das Brotzeitmesser vergisst! Am grausamsten war allerdings wieder die Musik. Motörhead ist vielleicht die lauteste Band der Welt. Die lauteste Reiskuchenverkäuferin der Welt sitzt aber auf jeden Fall zwischen zwei Boxen vor einem Klohäuschen im Naejangsan Nationalpark! Den koreanischen Massen hat es aber anscheinend gefallen und die ein oder andere betagte Koreanerin zum Booty Shaken verleitet. Quasi koreanisches Après Ski oder Après Hiking oder ganz korrekt Avant Hiking. Das war dann doch wieder ein bisschen witzig. Zur Veranschaulichung habe ich direkt ein paar Videos gemacht. Der Ton ist original und nicht bearbeitet. Die schöne Musik war dann sogar auf dem Gipfel noch zu hören! Natur pur!


Nein, nein, sowas erwarte ich nicht, wenn ich zum Wandern in einen Nationalpark gehe! Ein wenig verwirrt und verunsichert ob des Geschehens sind wir von dort aus los in Richtung Tempel. Der Weg bis zum Tempel war absolut überfüllt mit wanderwütigen und tanzlustigen Koreanern. Von dem Tempel aus ging es weiter, vorbei an einer riesigen goldenen Buddha Statue, zu einem der Gipfel – nach dem Tempel wurden es glücklicherweise weniger Menschen. Auf dem Gipfel und auch auf dem Weg dort hin war es dann durchaus nett. Auch wenn man vor allem am Gipfel wieder mit dieser ekligen Musik beschallt wurde. Auf dem weniger exponierten Weg hat man die Musik zum Glück nicht gehört. Dafür wurde ich dort von Sophies Mimimi beschallt – zu steil wars ihr!

Da wir für die längere Wanderung entlang des Grats leider keine Zeit mehr hatten und auch mein Nervenkostüm durch die Dauerbeschallung in stereo geschwächt war, sind wir direkt wieder zurück zum Startpunkt in die schöne kleine Stadt am Eingang des Parks. Es war zum Glück ein bisschen weniger los, weil die meisten Kaffeefahrtbusse bereits wieder auf der Heimreise waren. Wir sind dann in ein Hotel und wollten nach den Preisen fragen. Auf die Frage, ob er denn Englisch spreche, hat der Mann an der Rezeption sofort abgewunken, sein Handy herausgekramt, telefoniert und mir das Handy übergeben. Er hatte bei der Touristeninformation angerufen und die Frau am Telefon als Dolmetscherin eingespannt. Guter Mann, sehr pragmatisch!

Am nächsten Morgen sind wir dann an einem See entlang zurück nach Jeongeup zum Bahnhof und nicht nochmal mit der Gondel mit viel zu langer Schlange nochmal auf den Berg gefahren. Das war sehr gut so! Nach einem Frühstück am See sind wir weiter an einem schönen Steg direkt am See entlang in Richtung Stadt. War super und mindestens genauso schön, wenn nicht sogar schöner, wie der Weg zum Tempel am Vortag. Aber außer uns war keiner da! Ich verstehe diese Koreaner nicht…

Zurück in Daejeon ging es dann wie beschrieben lecker Gamjatang essen und Gesangskarriere starten.

Dieser Beitrag wurde unter Korea veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Naejangsan Nationalpark

  1. Hondsen sagt:

    Hehe…a Traum die Musik…ist das nicht u.a. der hippe Gangnam Style gewesen? Du hast mein Mitleid…
    und sogar im fernen Korea wird Deuter getragen: Gersthofen lässt grüßen.

    • Basti sagt:

      Jo, das zweite Video ist mit Gangnam Blödsinn im Hintergrund (deswegen auch der Titel).

      Dass Deuter aus Gersthofen ist wusste ich gar nid! Find ich gut! Wird hier übrigens nicht nur von mir getragen, Koreaner finden Deuter auch super. Hier ist Outdoor Kleidung aber generell viel angesagter als in Deutschland.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.