Koreareiserei Teil 3: Strand im Winter und Silvester

Begrüße!

Nach der wunderbaren Nacht im Liebes Motel und dem Spaziergang an der Festung mussten wir uns überlegen, wo wir als nächstes hin wollten. Trotz 3 Stunden Wartezeit sind wir in Richtung Taean (gesprochen Täan) gefahren. Das ist in der nähe vom Taean Naean Nationalpark, welcher hauptsächlich aus Stränden und Inseln besteht. Auf dem Weg dorthin hielt der Bus in einigen Städten die irgendwie meist sehr austauschbar und typisch für Korea waren. Blinkende Innenstadt, ansonsten triste und endlose Blöcke von Hochhäuser. Ohne diese wäre es aber wohl nicht möglich genug Wohnraum in Korea zu bieten (Korea hat 50 Millionen Einwohner, ist so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen und davon sind 70-80% sehr bergig und gar nicht oder nur teilweise bebaubar. Genaue Zahlen weiß ich nicht). Dazu passend habe ich auch das neue Bild im Header gewählt! Ich verstehe mittlerweile auch die große Begeisterung von Koreanern über alte Gebäude und allgemein die Architektur in Europa ein wenig.

Als wir in Taean ankamen war es schon dunkel, also haben wir uns nur schnell was zu Essen geholt und uns dann in unser neues Love Motel verzogen, und dort die lustigste und beste Reise Sendung der Welt geschaut! An Idiot Abroad! (ein rundköpfiger, ignoranter, sehr eigenartiger Engländer auf Reisen wider Willen! Großartig!). Am nächsten Morgen sind wir zum laut Lonley Planet schönsten Strand des Nationalparks gefahren. Die schönsten Strände laut Lonely Planet sind zwar immer so ne Sache, aber der war dann schon recht hübsch, obwohl das Wetter für den Strand viel zu kalt war. Der Strand war auf einer Insel, die mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist. Eigentlich wollten wir danach mit der Fähre weiter, die fuhr aber wegen dem Winter nicht. Hätte man auch selbst drauf kommen können.

Also sind wir mit dem Bus quasi außenrum gefahren. Um ein Haar hätte ich für den falschen Ort Tickets gekauft und wir wären aus versehen schon zurück zu mir nach Hause gefahren. Wir wollten nach Daecheon. Und ich wohne in Daejeon. Auf koreanisch: 대전 bzw. 대천. Da kann man schonmal durcheinander kommen! Da es schon wieder dunkel war als wir angekommen sind haben wir uns erstmal ein Motel gesucht. Diesmal kein Love Motel, dafür aber ohne Betten, also ganz klassisch koreanisch auf dem Boden schlafen. Am nächsten Morgen sind wir wieder zum Strand und wollten dann eigentlich noch in einen Schlamm Spa! Die Gegend ist nämlich bekannt für wundersam gesunden Schlamm. So Wellness oder so. Ich kenn mich da ja nich so aus. Der Spa hatte aber zu, deswegen sind wir schon ein bisschen früher als geplant wieder zurück nach Hause gefahren.

Da es der 31. Dezember gab es mit Kartoffelgratin ein schön bodenständiges Silvestermahl. Mangels richtigem Tisch und Stühlen wurde dieser aber ganz koreanisch auf dem Boden verspeist, auf einer umgedrehten Schublade. Silvester gefeiert haben wir dann in einem Club, in dem hauptsächlich Ausländer, also zumeist Englisch Lehrer aus den Staaten, Südafrika oder sonstwo, anzutreffen sind – wir wollten ja auch mal mit anderen Menschen reden können. Um 12 Uhr gab es ein paar Wunderkerzen auf der Bühne. Ich habe auch sonst keinerlei Böller oder Raketen mitbekommen. Soweit ich das mitbekommen habe wird hier das chinesische Neujahr mehr gefeiert als Silvester. Da in dem Club kaum Koreaner waren konnte ich auch keinem zum Geburtstag gratulieren. Am ersten Januar wird nämlich jeder Koreaner ein Jahr älter! Auf koreanisch wird das Alter nämlich anders gezählt. Bei der Geburt ist man sofort ein Jahr alt. Ein Jahr älter wird man dann immer am 1. Januar. Wer im Dezember geboren wird ist also nach einem Monat dann quasi schon 2 Jahre alt. Die sind schon ein bisschen komisch. Vor allem weil noch dazu halt das chinesische Neujahr wichtiger ist.

Am 1. Januar waren wir dann erstmal nur was Essen und dann im Spa. Den Tag drauf wollte Phil noch Souvenirs und koreanische Komischkeiten einkaufen, was wir in Daejeon erledigten. Den Tag drauf ging es für Phil dann zum Flughafen (diesmal sogar am richtigen Tag!) und zurück nach Hause. War auf jeden Fall eine lustige kleine Reise mit vielen kleinen Merkwürdigkeiten und Erfahrungen!

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Eine Antwort auf Koreareiserei Teil 3: Strand im Winter und Silvester

  1. Wasl sagt:

    Servus Knut,

    da wir ja doch recht viele telefonieren, bin ich erst jetzt dazugekommen deine letzten Beiträge zu lesen. Alles recht strange.
    Das mit dem Geburtstag ist ja richtig klasse – hab da mal kurz drüber nachgedacht und bin drauf gekommen, dass der Bauer Martin (hat am 31.12.) ja nach 367 Tagen 3 Jahre alt gewesen wäre. Wie gesagt …. alles sehr anders.

    Bis demnächst Knut
    sers

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