Koreareiserei Teil 2: Jeonju und Gongju

Begrüße!

Nach besagtem, besinnlichen Weihnachtsfest mit Linsen sind wir am 25. Dezember mit dem Bus nach Jeonju. Da war ich schonmal, im Sommer mit der Summer School! Der traditionelle Stadteil, das Hanok Village, war aber nicht der Hauptgrund, warum wir dorthin gefahren sind, sondern ein Berg in der Nähe von Jeonju. Das Hanok Village haben wir uns dennoch angeschaut. Danach waren wir etwas Essen (wie recht häufig missfiel es Phil) und sind dann noch in einem komischen Pub, welches sich als eine Art Künstlerkneipe herausstellte, gelandet. Dort waren wir anfangs nur zu zweit. 4 Stunden später waren wir mit den lokalen Künstlern eng bekannt! War ein unverhofft lustiger Abend ohne viele Verständigungsmöglichkeiten aber dennoch viel Spaß mit den Locals! Phil hat sogar einen von einem Kunstprofessor bemalten Fächer geschenkt bekommen!

Aufgrund des vielen Spaßes am Vorabend gab es erst etwas später als geplant Frühstück. Für Phil gab es etwas ganz besonderes! Er hat sich noch gewundert, weil die Erdbeermarmelade, die er sich auf sein Toast schmierte, doch ein wenig anders aussah als sonst. Beim ersten Biss hat er dann gemerkt, dass es keine Erdbeermarmelade, sondern Chillipaste aus einem Glas für Erdbeermarmelade war. Er hat sich dann geweigert aufzuessen.

Die richtige Marmelade haben wir dann doch noch gefunden und dann ging es los in Richtung Maisan. Eine Gegend mit komischen, steilen Hügeln, die aussehen als seien sie aus Zement und Steinbrocken, welche mich von der Form her an die Hintergründe aus Super Mario erinnerten. Aus dem Hostel hat sich spontan noch ein Brasilianer namens Anderson angeschlossen (was einfach kein Namen für einen Brasilianer ist!). Auch wenn man wider Erwarten auf keinen der beiden komischen Hügel raufklettern konnte waren die komischen Hügel komisch genug! Ich hatte eine derartige Landschaft auf jeden Fall noch nicht gesehen. Dazu kamen ebenso komische Kloster mit komischen Steintürmchen. Und dann noch entgegen aller Gesetze der Physik gewachsene Eiszapfen. Unser Anderson, der vor seiner Zeit in Korea noch nie Schnee und Eis gesehen hatte, war auch eine Wonne!

Nachdem wir quasi durch die Hügel durchgewandert waren wollten wir eigentlich noch auf der anderen Seite in einen Spa, in dem es heiße Becken mit Bergblick gab — auf dem Dach! Der war dann aber doch zu teuer (ca. das 6- bis 7-fache von einem normalen Spa in Korea), weshalb wir das ausgelassen haben. Dafür hatte der Anderson seine erste Rodelerfahrung! Er hat sich von Koreanern, die gerade beim Rodeln waren, den Schlitten geliehen. Es war sehr putzig, als sie ihm erklärt haben, wie man so einen Schlitten benutzt. Mit unglaublich großer Aufregung und noch viel mehr Spaß und Adrenalin hat er sich dann den Hügel hinunter gestürzt! Geiler Typ, der Anderson! (noch mehr Anderson beim Rodeln gibts hier! Er lacht wie mein Hildesheimer Brasilianer!)

Nach dem Abendessen zurück im Hostel wollten Phil und ich primär den Schlafdefizit der letzten Nacht aufholen. Unsere Zimmergenossen hatten da aber andere Pläne. Die wollten feiern und kamen dann nacheinander zurück ins Zimmer und fingen zeitversetzt an unfassbar laut zu schnarchen. Der erste hat erstmal direkt das Bett verfehlt und fiel wie ein nasser Sack, auf den Boden. Wegen seiner Körperfülle sehr lautstark! Irgendwie hat er es ins Bett geschafft und innerhalb von einer Minute angefangen zu schnarchen. Die anderen kamen auch bald zurück und taten es ihm gleich. Als ich es dann irgendwann nach 3 Stunden doch geschafft hatte wieder einzuschlafen wurde ich von Phils Beschwerden geweckt. Der Dicke lag bei Phil im Bett und Phil wollte ihn dazu bewegen sich zu bewegen. Irgendwie hat Phil den Dicken aus dem Bett befördert. Dann hat der Dicke auf dem Boden weiter geschlafen. Nach dem Labersack im ersten Hostel und dem dicken Beischläfer im zweiten sollte es das gewesen sein mit Hostels für diesen Trip.

Eigentlich wollten wir nach dem Aufenthalt in Jeonju zu einem Templestay, das hat dann aber nicht so geklappt wie wir wollten. Also sind wir zurück nach Daejeon um dann nach einer Nacht los nach Gongju zu fahren. Dort gibt es eine alte Festung. Sonst aber leider nicht sehr viel. Nach einer chaotischen Busfahrt und viel zu langen Wartezeiten kamen wir in Gongju an und wollten uns aus den bereits bekannten Gründen ein Motel suchen. Die meisten Motels in Korea sind aber Love Motels und dienen hauptsächlich der Kopulation. Diese findet vermutlich nicht in den eigenen vier Wänden statt, da Koreaner häufig bis zu ihrer Hochzeit bei den Eltern wohnen und außerhalb der Love Motels noch Zucht und Ordnung herrscht… Wir haben uns also bei Tageslicht ein Motel gesucht, welches am wenigstens unehrenhaft wirkte. Also zum Beispiel nicht das Schloss. Dennoch waren wir nicht ganz erfolgreich. Neben unserer Zimmertür stand ein Dildoautomat. Die Wänder im Zimmer waren fast komplett verspiegelt und auch sonst ein wenig puffig. Dennoch gab es zwei (!) Betten, ein schönes Badezimmer, einen Rechner, usw für nur 3 Euro mehr als das Hostel! Top Deal! Beischlaf Beigeräusche aus anderen Zimmern haben wir auch keine gehört!

Am Abend haben wir uns auf in die Stadt gemacht und sind in einer Bar gelandet. Irgendwann fiel uns auf, dass es nur ein Männerklo gab. Und nur männliche Gäste. Und nur weibliche Barkeeper. Und dass bei jeder Gruppe von Gästen eine Barkeeperin stand und sich unterhalten hat. Nur bei uns nicht! Nach ca 15 Minuten haben dann alle Barkeeperinnen rotiert und sich zu einer anderen Gruppe von Gästen gesellt. Ab und zu hat sich doch eine Frau zu uns getraut, dann wegen mangelnden Englischkenntnissen aber recht bald wieder kapituliert. Das Konzept von der Bar haben wir nach wie vor nicht ganz verstanden. Man bezahlt überteuerte Bierpreise dafür, dass die Barkeeperin sich mit einem unterhält. Ein Dating Bootcamp? Das koreanische Pendant zu Sauna Clubs? Ich bitte um Aufklärung! Da uns der Laden zu seltsam war sind wir noch in eine Bar in der Ü-40er Koreaner schrecklich schlechtes Karaoke gesungen haben. Das war dann auch zu seltsam und deshalb sind wir zurück in unsere Liebeshöhle mit den Spiegeln und dem Dildo Automaten.

Am nächsten Tag haben wir uns noch die Burg angeschaut (am ersten Tag sind wir dafür zu spät angekommen). Die war ganz nett, vor allem auch wegen dem Schnee. Aber im Gegensatz zu europäischen Burgen erschien es mir doch ein wenig wenig.

Da der Eintrag jetzt schon zu lange ist schreibe ich über den letzten Teil der Reise mit Phil noch einen dritten Teil!

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4 Antworten auf Koreareiserei Teil 2: Jeonju und Gongju

  1. Hondsen sagt:

    die unübertroffene Schönheit der koreanischen (klein)Städte wird hier wieder einmal in voller Pracht demonstriert. Aber hauptsache ein „Cass“ is dabei.
    Echt ein guter der Anderson…wie er jauchzt vor Freude.

  2. Victor sagt:

    Brasil!! 😀

  3. Alfi sagt:

    Immer wieder klasse die
    Kommentare von dir Kasian!!;-)
    Weiter so freue mich schon auf den dritten Teil!!;-)

    Bis dann Gruß alfi

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