KISTI! Eigene Wohnung! Ende der Summer School!

Begrüße!

Am Dienstag waren wir mit Herr Kim (der hauptverantwortliche Professor für unseren Studiengang) bei KISTI. Das ist ein Institut, das sich unter anderem mit Informationswissenschaften beschäftigt und auf diesem Gebiet in Südkorea führend ist. Und wir werden dort während unseres Aufenthalts eine Art Praktikum absolvieren. Das Institut war riesig! Und modern! Und die Serverfarm! Ahhh! Ein Traum! In solchen Dimensionen habe ich sowas noch nie gesehen! Ich war beeindruckt und begeistert! Und die Themen, die dort bearbeitet werden interessieren mich quasi alle. Auch wenn meine Begeisterung bei meinen weiblichen Begleitern auf Missbilligung stieß (es fiel unter anderem das Wort „Nerd“), glaube ich, dass die Zeit dort richtig interessant wird!

Der Chef und ein paar Mitarbeiter des Instituts haben uns dann direkt zum Essen eingeladen. Es gab wieder Korean Barbecue. Und der Chef des Instituts wollte mit mir Soju trinken. Das ist Reisschnaps. Ca 4 Kurze in einem Glas mit einem Spritzer Sprite auf Ex. Mit so Arm in Arm als Verbrüderungstrunk oder wie man das nennt. Da konnte ich mich nicht lumpen lassen. Nach dem zweiten vierfachen Soju war ich dann ein wenig angetüdelt. Hat man mir aber nicht angesehen. Und der Chef war ob meiner Trinkfestigkeit beeindruckt: „strong man“ nannte er mich! Wenn das mal kein guter Start ins Praktikum ist!

Sehr interessant an dem Essen waren auch die Hierarchien unter den Mitarbeitern des Instituts. Der oberste lädt ein, die anderen Essen umsonst. Der Chef hat aber nicht selbst bezahlt, er hat dem jüngsten Mitarbeiter des Instituts seine Kreditkarte gegeben. Dieser ist damit dann zur Kasse.

Nach dem Essen habe ich dann meinen Vertrag für die Wohnung unterschrieben. Ein komplettes Blatt mit koreanischen Zeichen und der eigenen Unterschrift drauf sieht unheimlich beängstigend aus. Aber mein Professor, Herr Kim, war mit zum Makler gekommen und hatte aufgepasst, dass das alles mit rechten Dingen zugeht. Die Hilfsbereitschaft der Koreaner ist allgemein immer wieder verblüffend. Auch wenn man auf der Straße nach dem Weg fragt wird man anschließend 10 Minuten begleitet und an das Ziel geführt, obwohl der Helfende ursprünglich in die entgegengesetzte Richtung wollte.

Gestern war der letzte Tag Sprachschule. Gefolgt von vielen Bildern mit der Klasse und allen möglichen Menschen. Heute gab es nochmal einen Ausflug nach Jeonju mit einer Art Altstadt. Wie auch auf der Fahrt zum Tempel ist uns wieder aufgefallen, dass in kleineren Städten fast nur alte Menschen zu sehen sind. Es wirkt, als ob es unter jungen Leuten eine extreme Landflucht gäbe und als ob somit gelte, je kleiner die Stadt, desto älter die Bewohner.

Sehr interessant fand ich den große Markt in Jeonju. Gemüse, getrockneter Fisch, lebendiger Fisch, mehr oder weniger frischer Fisch, Fleisch, etc wird von meist auf dem Boden sitzenden Frauen verkauft. Viele säubern oder bearbeiten dabei auf dem Boden noch direkt ihre Ware. Hier sieht man auch immer wieder Frauen, die sehr gebückt laufen und deren Oberkörper fast im rechten Winkel zu den Beinen steht. Da wir auf dem Markt mehrere Frauen mit dieser Haltung gesehen haben, haben wir uns gefragt, ob das vielleicht mit dem vielen Sitzen auf dem Boden zu tun hat. Diese Vermutung kann aber auch vollkommen daneben sein.

Am Abend gab es dann noch ein Abschlussessen. Mit Tanzeinlagen. Unter anderem von ca 10 Koreanerinnen. Sehr lasziv! Gut, dass der Bolf nicht da war und gesabbert hat!

Die Summerschool ist jetzt also vorbei! War auf jeden Fall ne lustige Zeit mit vielen Erfahrungen, auch wenn es mir teilweise ein bisschen zu viel war. Koreanisch habe ich aber nicht besonders viel gelernt. Ich kann sagen wie ich heiße, wo ich herkomme und dass ich Student bin. Und ich kann Lesen wie ein Erstklässler. Aber verstehen halt nicht.

Morgen ziehe ich dann endlich um! Diese Nacht wird also die letzte in Zelle 302-5-2. Das ist super! Nach dem Umzug bleibe ich aber nicht in der Wohnung! Ich habe jetzt nämlich 2 Wochen frei, bevor die Uni los geht und werde erstmal bis Mittwoch nach Jeju Island fliegen! Das ist eine Vulkaninsel südlich von Korea, auf der wahrscheinlich jeder Koreaner mindestens einmal die Flitterwochen verbringen muss. Der Vulkan auf Jeju ist gleichzeitig auch der höchste Berg in Südkorea. Wenn das Wetter es zu lässt muss ich da also wohl übel die 1.900m erklimmen!

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5 Antworten auf KISTI! Eigene Wohnung! Ende der Summer School!

  1. Dinos sagt:

    Auch wenn ich schon wieder die erste bin-Danke.

  2. Dinos sagt:

    Hallo Basti!
    Scheint ja alles bestens zu laufen- mit Einladungen, Wohnung, Reisschnaps und so.

    Auch in China war die Haltung älterer Menschen eher gebückt. Hat vielmehr mit lebenslanger Arbeit zu tun als mit Sitzen am Boden.
    Pflege Deine neuen Connections und viel Spaß auf der Insel.
    Auf bald! Dino 2

  3. Jables sagt:

    „Nerd!“ war auch mein erster Gedanke.

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