Interessantes Essen und komische Komplimente beim Rafting

Begrüße!

Vorgestern waren wir also beim Rafting. Als erstes mussten Gruppen gebildet werden. Dafür wurden aus den Menschenmassen zuerst Reihen geformt. Dann wurde ca. 2m Abstand zwischen die Reihen gebracht. Dann wurden die Reihen wieder zusammengeschoben. Dann wurden nochmal einzelne Reihen verschoben. Am Ende wurden wieder alle zusammengeschoben. Das habe ich nicht verstanden. Am Ende kam jeweils eine Reihe in ein Boot. Das dauerte ca 15 Minuten.

Wie erwartet mussten Schwimmwesten und Helme getragen werden. Die Schwimmwesten hatten zur zusätzlichen Sicherheit zwei Riemen, die vom unteren Teil des Rückens durch die Beine vorn an der Hüfte festgemacht werden mussten. Man durfte das nur nicht zu eng ziehen, sonst hat es Aua gemacht. War mir neu, so eine Vorrichtung. Das Rafting selbst war dann eher ein Paddeln in sehr ruhigem Wasser. Der Spaß beschränkte sich auf das Anspritzen anderer Boote. Und man hat Menschen ins Wasser geworfen. Und es wurden 3 Boote gestapelt, damit man runter springen konnte. Unter Rafting verstehe ich zwar was anderes, aber es war dennoch recht lustig. Vor allem die Landschaft war recht schön. Wegen des Wassers hatte ich aber keine Kamera dabei und dementsprechend keine Bilder.

Noch eigenartiger als das Rafting war ein Kompliment eines Rafting Guides. Der meinte zu mir: „You are very handsome. But a bit fat.“ Danke. Arschloch. Danach hat er mich noch gefragt, wie ich sein Gesicht finde. Da wusste ich nicht, was ich sagen soll. Dann meinte ich, dass ich eher Frauen gut finde. Hat er glaube ich nicht verstanden. Kurz darauf hat er mir noch erzählt, dass sein Vater ein Delphin war. Das habe ich nicht verstanden. Aber immerhin bin ich handsome!

Am Abend des Raftings wurden wir vom Präsidenten der Universität zum Essen eingeladen. Der hat in Deutschland studiert und wollte mal wieder deutsch sprechen. Wir waren schonmal gesammelt von ihm in sein Büro eingeladen. Mit Vorraum und sowas ähnlichem wie Türstehern und allem. Am Ende saßen wir an einem riesigen runden Tisch in riesigen Stühlen. Und keiner hat sich getraut zu sprechen, weil keiner so recht wusste, wie man sich höflich verhält und den Präsidenten, welcher in Korea offensichtlich höheres Ansehen genießt als in Deutschland, nicht beleidigt. Zum Essen gab es dann Korean Barbecue (den koreanischen Namen weiß ich nicht mehr). Ähnlich wie beim Raclette grillt man dabei kleine Stücke Fleisch (meistens Schweinebauch) auf einem Grill am Tisch. Das Fleisch wickelt man dann zusammen mit Beilagen wie Kimchi oder Rettich in ein Salatblatt und isst es. War lecker, aber auf Dauer dann doch ein wenig fettig. Das ganze war in einem traditionell koreanischen Restaurant, in dem man am Eingang die Schuhe auszieht und sich dann auf den Boden an einen niedrigen Tisch setzt. Die Mädels, die sich extra mit Rock und Co. herausgeputzt hatten waren erfreut! Haha.

Am Tag drauf war wieder Summer School. Mittlerweile verstehe ich so gut wie gar nix mehr. Alles nur koreanisch. Und ich kann mir diese für mich komplett neuen Silbenabfolgen nur sehr schlecht merken. Obwohl ich die Schrift mittlerweile entziffern kann dauert das noch ewig bis ich es entschlüsselt habe. Alles nicht so einfach.

Nach der Summer School waren wir wieder zum Essen eingeladen. Von Herrn Kim, der auch in Hildesheim einen Kurs gegeben hat und einer der Hauptverantwortlichen für mein Double Degree Programm ist. Wieder in einem Restaurant ohne Schuhe und mit am Boden sitzen gab es eine Auswahl von mindestens 10 verschiedenen kleinen Gerichten. Die meisten davon waren sehr lecker, wie zum Beispiel Glasnudelsalat, panierte und fritierte Pilze und Auberginen oder verschiedene Salate. Es gab aber auch zwei ausgefallene Gerichte. Das erste war eingelegte Qualle. Schmeckte eigentlich nur nach der Marinade. Konsistenz war auch besser und fester als erwartet. Konnte man essen! Die zweite komische Speise konnte ich nicht so gut essen. Bevor ich es probiert habe wusste ich auch nicht, was es war. Es war Rochen. Vergammelter. Quasi. Schmeckte nach Ammoniak. Und zog ähnlich wie Wasabi oder Meerrettich in die Nase. War pfui. Aber zumindest habe ich jetzt mal vergammelten Fisch gegessen. Die Nase voller Ammoniak hielt sich noch ne gute Stunde.

Morgen ist wieder Sprachunterricht. Am Freitag steht ein Ausflug in einen Freizeit Park an. Hoffentlich ohne Helm und Schwimmweste. Und am Wochenende machen wir privat einen Ausflug! Raus aus dem Knast! Und zwar geht es in ein Buddhistisches Kloster! Der Basti wird also für einen Tag Buddhist! Mit auf dem Boden schlafen, um 4 Uhr aufstehen, Tempel reinigen, ohne elektronischen Geräten usw. Ich freu mich! In der meditier- und putzfreien Zeit kann man Wandern gehen. Der Tempel liegt nämlich im nirgendwo. Und das Meer ist wohl auch nicht weit. Hier nen paar Bilder vom Tempel und Umgebung. Vorher muss ich nur noch den Wikipedia Artikel über Buddhismus lesen.

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4 Antworten auf Interessantes Essen und komische Komplimente beim Rafting

  1. Dinos sagt:

    Begrüße!
    Danke für den ausführlichen und spritzig formulierten Bericht! Aber bei dem Guide mit dem Delphinvater ist Dir schon ein ziemlicher Fauxpas passiert. Erzählt der Dir stolz vo seiner exzellenten Herkunft und Du schaust nur belämmert! Beschäftige Dich mal mit dem interessanten Thema derReinkarnation! Man merkt halt,dass Du nie bei mir am katholischen Ethikunterricht teilgenommen hast.Meine türkischen Schüler müssen beim Ausfüllen eines Fragebogens zwar nachfragen, ob sie männlich oder weiblich ankreuzen sollen, aber ein Delphinvater hätte sie nicht verwirrt! Machs gut!

  2. Dinos sagt:

    Erstmal war Dein letzer Erlebnisbericht sehr amüsant zu lesen.
    Dann also viel Spaß beim Karussellfahren, aber unbedingt alle Sicherheitsvorschriften einhalten!
    Kauf Dir einen Regenponcho bevor Du Dich wie bei den Universals beim Jurassic Parc in die Tiefe stürzen lässt-weißt Du noch?
    Schreibe uns auch, ob es dort solch romantische Fahrgeschäfte wie das Zwergenland oder die Milkabahn in Rust gibt. Wir wünschen viel Vergnügen!
    Bevor Du ins Kloster gehst studiere unbedingt uns sehr aufmerksam den Wikipediaeintrag über den Buddhismus. Gute Zeit. Dino 2.

  3. Stevie sagt:

    So schlecht kann das Essen ja nicht sein, wenn der Raftguide dir jetzt schon solche Komplimente macht. In diesem Sinne: Weiterhin guten Appetit!

  4. Maddl sagt:

    Servus Bastner, es macht Freude Deine sehr amüsanten Berichte und persönlichen Kommentare zu lesen. Ich hoffe, Du nimmst die neuen Eindrücke und die offenbar durchweg komischen Koreaner bzw. Asiaten weiterhin mit diesem vorzüglichen Humor auf. Weiter so…!

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