Feierei und Desinteresse an Nordkoreas Drohungen

Begrüße!

Die letzte Woche selbst war wieder wie immer in letzter und wohl auch nächster Zeit. Arbeit, Uni und Masterarbeit. Gereist wird wohl vor der Abgabe der Arbeit nicht mehr. Dafür gab es am Freitag Abend beim Weggehen wieder ein wenig Abwechslung! Ich war ja eigentlich schon auf dem Weg ins Bett, weil ich am Donnerstag Abend bereits relativ lange mit ein paar Freunden vom Fußball bei einem Pub Quiz war. Aber um viertel nach 9 bekam ich einen Anruf von einem koreanischen Freund. Dann bin ich halt doch in die Stadt!

Wir waren eine Gruppe von 2 Koreanern, 2 Amerikanern und mir. Der Abend verlief dann etwas schleppend. Einer der Amerikaner und einer der Koreaner wollten dann unbedingt Mädls aufreißen und haben 2 Mädls an einem Tisch gefragt, ob sie sich zu ihnen setzen dürfen. Durften sie. „So etwas habe ich noch nie erlebt! Ein komplett neue Welt ist das für mich!“. Meinte der sichtlich beeindruckte andere Koreaner, Michael, als Reaktion auf diese Art des Kennenlernens des anderen Geschlechts. Schon ein bisschen knuffig! Ich habe leider vergessen nachzufragen, wie man hier denn normalerweise Frauen kennenlernen würde. Das wäre dann für mich wahrscheinlich eine komplett neue Welt! Da mir das ein bisschen zu blöd war habe ich mich mit Michael an die Bar verzogen, wo wir noch ein paar Leute vom Fußball (ja, die sind jetzt überall!) getroffen haben und 2 Amerikanerinnen kennengelernt haben. Als ich nach einer Weile wieder den anderen, liebestollen koreanischen Freund getroffen habe, war der vollkommen fröhlich und hat mich euphorisch in die Luft gestemmt. Möglicherweise weil er sich zu den Frauen an den Tisch setzen durfte. Verrückt ist das hier!

Seine Freude währte dann aber nicht besonders lange. Auf dem Weg in eine weitere Bar hat er sich fast mit einem Kasachen geprügelt. Währenddessen haben sich die Frauen, die er kennengelernt hatte, verzogen. In der neuen Bar hat er dann sein Handy verloren (zum 2. Mal, als ich mit ihm unterwegs war – n kleiner Luis ist er!). Auch der Kasache war irgendwann in der zweiten Bar. Dort habe ich ihn auf der Toilette getroffen. Ich pinkelte neben ihm. Er bröckelte neben mir. Auf der Toilette ohne Privatsphäre. War sehr interessant. Den restlichen Abend hatte ich aber dennoch recht viel Spaß mit Menschen vom Fußball, Michael und den zwei Amerikanerinnen.

Über die politische Lage in Nord- und Südkorea macht sich hier währenddessen niemand einen Kopf. Sowohl Koreaner als auch Ausländer sind der Meinung, dass Nordkorea nur bellt, aber nicht beißt. Um die Kriegsrhetorik aus dem Norden schert sich also niemand (zumindest keiner von denen, mit denen ich mich unterhalten – die Medien verstehe ich ja nicht, meine Einschätzung ist also wohl eher nicht so repräsentativ). Nordkorea droht seit Jahren immer und immer wieder, ohne dass den Drohungen wirklich Taten folgen. Es gab zwar immer wieder Zwischenfälle, die haben aber nichts mit dem „gnadenlosen Krieg“ zu tun, von dem Nordkorea spricht. Angeblich häufen sich nach der Wahl einer neuen Regierung in Südkorea auch regelmäßig die Drohungen aus dem Norden, um Grenzen auszutesten. Das passt also auch ins Muster, da in Südkorea Ende letzten Jahres eine neue Regierung gewählt wurde. Da auch China nicht mehr hinter Nordkorea steht ist auch fraglich, ob Nordkorea sich tatsächlich einen Alleingang zutrauen würde. Laut amerikanischen Medien sind auch keine tatsächlichen Kriegsvorbereitungen im Land sichtbar.

Eine der Amerikanerinnen vom Freitag studiert noch dazu Nord Koreanistik (ja das gibt es wirklich – wenn sie mich nicht veräppelt hat). Und sie lebt auch noch ruhigen Gewissens hier. So nämlich!

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Eine Antwort auf Feierei und Desinteresse an Nordkoreas Drohungen

  1. Dino sagt:

    Wann gibt es endlich einen Frühlingsheader?

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