Arbeitsleben mit Octopus und Weizen

Begrüße!

Direkt nach der Reiserei mit diesem Phil ging direkt das Praktikum weiter. Und davon gibt es wieder schöne Dinge zu berichten!

Letzte Woche am Donnerstag gab es nämlich eine Übung! Irgendwann ging ein Alarm los. Ich dachte es sei eine Brandschutzübung und hab schon nach meiner Jacke gegriffen. Aber irgendwie sind alle sitzen geblieben. Mir wurde dann aufgetragen meinen PC auszuschalten. Als ich nachgefragt habe wurde mir erzählt, dass dies eine Stromausfall Übung ist! Letztes Jahr gab es nämlich mal einen Stromausfall – oh Schreck! Deswegen mussten wir 15 Minuten ohne Strom üben. Nebenbei liefen Durchsagen und haben wohl auf das korrekte Verhalten während Stromausfällen hingewiesen. Im Endeffekt saßen wir nur da und haben gewartet, bis die 15 Minuten vorbei waren. Manche haben sich einen Kaffee geholt (weiß nicht, ob das ganz koscher war! Wasser erhitzen und so..), andere haben mit dem Handy gespielt. Unsere einzige Aufgabe war es also den Rechner abzustellen. Aber das übernimmt dann im Ernstfall ja der Stromausfall! Also haben wir quasi warten geübt! Sehr gut!

Am Freitag gab es dann eine Art Neujahrsessen mit meiner Arbeitsgruppe. Es gab direkt am Tisch gekochte Muscheln. Ein Hähnchen wurde komischerweise auch mitgekocht. Irgendwann wurde dann noch ein lebendiger Octopus mit in die Brühe geworfen. Als dieser sich dann noch einige Minuten lang geräkelt hat fand ich das schon ein bisschen sehr falsch. Ich dachte immer die versprühen bei Gefahr Tinte! Von uns wurde aber keiner angeschwärzt… Der Octopus wurde dann aber vorbildlich bis aufs letzte Stückchen aufgegessen. Komplett! Auch der Kopf! Aus dem lief beim Aufschneiden schwarze Brühe. War dann wohl die Tinte, die er nicht versprüht hat! Spätestens da wollte ich dann keinen Ocotpus mehr. Das war den anderen aber egal. Kurz darauf wurde nämlich roher Octopus bestellt. Einer, der so roh ist, dass sich die Tentakeln noch bewegen. Es gab also einen Teller voller zappelnder Tentakeln (diesmal ohne Kopf). Die Saugknöpfe waren noch intakt, die Tentakeln haben sich also relativ fest am Teller festgesaugt. Dass die Tentakeln sich noch bewegen wurde mir als besonders positive Eigenschaft des Essens verkauft! Da schon der ein oder andere Soju geflossen war habe ich mich breitreden lassen ein ganz, ganz kleines Stück (vielleicht 2mm Tentakel) zu probieren, welches sich nicht mehr bewegt hat. Geschmeckt hats nur nach dem Sesamdip, die Konsistenz war ein wenig glibberig. Wer das Gewusel bewundern will kann sich das Video anschauen. Macht ihn doch lieber ganz tot und kocht dann was leckeres damit, liebe Koreaner! Ich habe dann auch versucht zu erklären, dass ich das mit den Octopussen nicht so ganz in Ordnung finde. So Ethik und Tierschutz aus einer europäischen Perspektive. Weiß nicht, ob das verstanden wurde…

Nach diesem eigenwilligen Abendessen ging es in ein Cafe. Warum verstehe ich nicht. Aber hier geht man recht häufig abends noch einen Kaffee trinken. Und danach sind wir in eine Bar mit Export Bier. Mein Herz jauchzte vor Freude! Der Octopus wurde mit deutschen Bier heruntergespült! Zuerst gab es Krombacher aus einem 5l Fässchen zum selber Zapfen. In die haben sich meine Kollegen schlagartig verliebt und ich konnte an der Bierwahl nichts mehr ändern. Aber eine Freude hatten sie beim zapfen! Und gelobt haben sie es auch! Mehrfach! Als ich nicht aufgepasst habe hat jemand eine Dose Oettinger aufgemacht und auf den Tisch gestellt. Es war ein Oettinger forte! Wegen der 8.9% wurden andere neugierig und haben sich auch welches geholt. Begeistert war dann keiner so recht. Dafür war die Begeisterung für mein von mir persönlich meisterhaft eingeschenktes Weihenstephaner Weizen enorm! Ich habe es zum probieren rumgereicht (macht man hier bestimmt so, dacht ich mir). Fotografiert wurde es, um sich den Namen merken zu können! Und verdienterweise mehr gelobt als das Krombacher! Zum Abschluss habe ich sogar ein Weizenglas geschenkt bekommen, als einer meiner Kollegen für mich gefragt hat! Von Arco Bräu! Jetzt kann ich zu Hause auch Weizen trinken! Weihnachten! Für den Heimweg habe ich dann sogar noch Taxigeld von der Firma bekommen. Der komplette Abend wurde also von der Firma übernommen. Insgesamt war es ein teilweise verstörender, aber insgesamt doch sehr interessanter und lustiger Abend unter Koreanern!

Seit heute sind im Büro 3 Chinesen, die für 3 Monate im Büro arbeiten werden. Mittags waren wir in einem chinesischen Restaurant. Und von den Sachen, die serviert wurden kannten sie so gut wie gar nix! Fand ich sehr amüsant! Als ich ihnen das chinesische Essen in Deutschland beschrieben haben meinten sie das sei chinesischer, als das, was heute zu Mittag serviert wurde.

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5 Antworten auf Arbeitsleben mit Octopus und Weizen

  1. Dino sagt:

    Mir, als sehr grün angehauchtem Menschen geht das Herz auf, wenn ich höre, dass Du im fernen Korea bei dieser Art, Tintenfisch zuzubereiten auf Tierschutz und ethische Normen hingewiesen hast. Ich hab sogar kurz in das Video geschaut, aber ich konnte es nicht lange machen. Deine Freude über das Weihenstephaner kann ich nachvollziehen!

  2. Hondsen sagt:

    Nenn mich Depp!
    Vielleicht hab ich auch nicht richtig gelesen, aber warum nennst Du das Krombacher Warsteiner und nicht Krombacher?

    • Basti sagt:

      Haha! Stimmt. Da hab ich wohl was durcheinander gebracht. Warsteiner und Krombacher. Beides Pils, beides aus NRW, ähnliche Schriftart – ich hab mir da noch nie Mühe gemacht zwischen den beiden zu unterscheiden. Was zählt ist ja eh das Weihenstephaner! (ich ändere es trotzdem mal)

  3. Hondsen sagt:

    Beim Foto steht aber immer noch Warsteiner :-)

    Nur ein Spaß…hast ja recht. Hättest jetzt Weihenstephaner mit Warsteiner (die Verwechslung würde hier rein vom Begriff eher Sinn machen) vertauscht würde ich das sofort bei unserem bayerischen Landesvater melden. Aber so soll es nur ein kleiner Hinweis sein, und die Bestätigung das jemand deine Berichte aufmerksam liest.

  4. Dino sagt:

    Kannst du dir vorstellen, dass mitteleuropäische ,gestandene, kampferprobte Hauptschullehrer sich die Ohren zuhalten, mir verbieten weiterzureden und davonrennen, wenn ich ihnen die interessante Geschichte vom Octopusmenü erzähle ? Das sind dann die gleichen Großmäuler, die mich auslachen wenn ich sag, ich schrei, wenn mein Hund eine Maus anbringt!

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