Umgebung von Daejeon und eine Willkommensfeier

Begrüße!

Seit dem letzten Eintrag haben wir uns ein wenig die Umgebung von Daejeon angeschaut. Die ist unerwartet ansehnlich! Zunächst hatte unser Wirtschaftsprofessor Herr Kim uns zu einem Ausflug zu einem Stausee eingeladen. Der ist quasi direkt außerhalb von Daejeon. Überflutet wurde ein Tal mit Hügeln außenrum. War durchaus hübsch! Danach sind wir noch in ein historisches koreanisches Dorf mit Blick auf den See gefahren. Dort gab es unter anderem wieder Steinpenisse. Wie wir gelernt haben wurden diese Steinpenisse zu Zeiten des Schamanismus gebaut, damit der Mann im Haus fruchtbar bleibt/wird! Zu guter Letzt wurden wir noch zum Essen eingeladen. Sehr zur Freude der „nicht-scharf-kein-fisch-kein-bbq-nicht-auf-dem-boden-hocken-und-am-besten-nicht-koreanisch“-Fraktion (das sind die Frauen!) ging es zu einem Italiener mit leckeren Nudeln und schön dünner, knuspriger Pizza. Etwas gewöhnungsbedürftig zwar, dass hier auch beim Italiener das Essen geteilt wird. Pizza, Nudeln und Co kommen also genau wie Kimchi und andere Beilagen in die Mitte des Tisches und jeder nimmt sich etwas davon auf seinen Teller. Vor allem bei Pasta ist das ein bisschen schwierig. Warum wir eingeladen wurden wissen wir selber nicht so genau. Aber Koreaner mögen wohl aus irgendwelche Gründen Deutsche sehr gerne, beziehungsweise lernen Deutsche sehr gerne kennen. Und wie die meisten anderen Nationen sind sie stolz auf ihr eigenes Land und wollen es Ausländern gerne zeigen. Aber nicht allen. Der andere nicht-koreanische Student in unserem Wirtschaftskurs aus Usbekistan wurde nicht eingeladen. Finde ich ein wenig gemein!

Sehr interessant war auch die nächste Wirtschaftsstunde. Mitten im Unterricht, völlig aus dem Zusammenhang gerissen und vor den restlichen 20 Studenten wurde ich vom Professor gefragt, ob ich nach dem Ausflug denn Durchfall gehabt hätte. Ich verneinte. Er bejahte. Mehrmals ging es bei ihm dahin. Er erkundigte sich, ob es am Essen lag! Tat es augenscheinlich nicht.

Vorgestern war ich dann erstmals in der Nähe von Daejeon wandern. Mit dem Usbeken, der nicht mit zum Staudamm durfte. Mit dem Bus vor der Haustür losgefahren und in 45 Minuten für einen guten Euro in den Nationalpark! Das finde ich super! Die Wanderung, für die man 2.5 Stunden einfach brauchen sollte, war dann nach 3 Stunden leider schon wieder komplett vorbei. Aber die bunten Hänge im Herbst haben was. Allerdings war wieder recht viel los. Obwohl es Montag war. Vor allem am Gipfel. Dort waren auch mindestens 20 Halbstarke (Männlein und Weiblein) in AC Mailand Trainingsanzügen unterwegs – verstehe das wer will. Und die Smartphone Plage war auch wieder problematisch. Koreaner teilen leider nicht nur das Essen, sondern auch ihre nicht für meine Ohren bestimmte K-Pop oder US-Chart Musik und spielen diese lautstark mit Smartphone beim Wandern. Oder am Gipfel wird erstmal lauthals eine Videokonferenz mit irgendwelchen Daheimgebliebenen gestartet. Verbot!

Sehr interessant war auch die Willkommensfeier für uns 4 Deutsche von Kisti letzten Mittwoch. Wie immer wenn gefeiert wird gab es zusammen mit den Kollegen Korean Barbecue, also Schweinebauch gegrillt in der Tischmitte und dann mit Beilagen wie Kimchi in Salat gerollt und verspeist. Dazu gab es Soju und Bier. Zur Feier des Tages (bzw. der Deutschen) sind wir nach dem Essen noch in eine „deutsche Wirtschaft“. Die hieß Weizen Haus! Da lachte mein Herz und der ewig grimmige Blick wich einem Kinderlächeln! Das Weizen (auf der Karte als „Weiß Beer“) war dann zwar ein wenig sauer, aber der Wille zählt! Außerdem gab es Würste! Von der Konsistenz her waren sie eher wie englische Würste und für den deutschen Markt wären sie viel zu scharf, aber Spaß hatte ich dennoch. Den meisten waren die Würste eher egal, denen ging es eher um den Gerstensaft. Mancher schlief, Anderer schrie – zur Arbeit kamen am nächsten Tag aber dennoch alle pünktlich.

Die nächsten Wochen steht erstmal ein wenig Arbeit für mich an. Für Kisti muss ich was fertig machen, ein Referat und eine Zwischenprüfung steht an und für Hildesheim will auch noch ne Hausarbeit fertig geschrieben werden. Also erstmal mehr Arbeit und weniger Freizeit.

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7 Antworten auf Umgebung von Daejeon und eine Willkommensfeier

  1. Alfi sagt:

    „Geiler Typ“ der Herr Kim :-)
    Und des Weizen sieht irgendwie aus wie ein o-Saft Schorle…!!;-)

  2. Stevie sagt:

    Sers,
    der Herr Kim scheint ja ein echt lässiger Typ zu sein. Ich habe herzlich gelacht!

    Sehr beeindruckend finde ich auch das Foto von dir auf dem Gipfel. Der Farbton der Hose ist quasi identisch mit dem des Steins hinter dir, so dass ich mir lange Zeit unsicher war, ob da nicht einfach dein Oberkörper schwebt.
    Jetzt wo es Weizen gibt kann es ja auch nicht so schlimm sein. Wird das denn dort gebraut, oder importiert?

    Ich muss leider sagen, dass ich mir vom Penis-Park etwas mehr erhofft hatte. Da fehlen ja etliche Zentimeter.
    Grüße aus Brighton

  3. Basti sagt:

    Das Weizen wird wohl dort gebraut. Am Eingang stand zumindest „Microbewery“. Und im Restaurant gab es wie im König von Flandern oder ähnlichem dicke Kessel fürs Brauen. Meine Nase, trainiert durch 9 Jahre Schulweg direkt vorbei an der Brauerei Riegele, hat mir aber direkt verraten, dass da schon länger nix mehr gebraut wurde!

    Und dies kleine Eichel ist niemals nicht der Penispark! Im Penispark gibt es viel mehr! Das Fotografierte ist ja quasi nur für Heimgebrauch. Gegen einen Fluch muss man da schon andere Geschütze auffahren.

  4. Dino sagt:

    Ich nehme Bezug auf Deinen Eitrag vom 25.9. Da hattest Du Dir als realistisches Ziel gesetzt, jeden Monat eine neue Vokabel zu erlernen. Ist Dir das im Oktober auch ge-lungen? Wenn ja, was kannst Du denn jetzt Neues?

    • Basti sagt:

      Ich weiß mittlerweile zum Beispiel was „Suppe“ heißt. Habe beschlossen, dass ich mich auf den kulinarischen Bereich spezialisieren werde.

  5. Dino sagt:

    Hab vielleicht eine Erklärung dafür,warum Ihr als deutsche Studenten etwas bevorzugt behandelt werdet. Eine Kollegin hat neulich einen Bericht im Fernsehen gesehen in dem ging es darum, dass sich die Koreaner Deutschland als Vorbild für die eigene angestrebte Wiedervereinigung nehmen. Als, bemüht Euch, unser Land dort drüben positiv zu vertreten.

    • Basti sagt:

      Dass die Koreaner sich unsere Wiedervereinigung auch wünschen und dass man als Deutscher häufig drauf angesprochen wird hatte ich ja auch schonmal geschrieben! Die deutsche Wirtschaft und deutsche Produkte finden Koreaner aber auch super!

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